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Verbraucher-Ratgeber

PayPal und Klarna 30 Tage später bezahlen: Auswirkungen auf den Schufa-Score

Die kurze Antwort: Ja, PayPal und Klarna prüfen bei „später bezahlen“ Ihre Bonität über die Schufa, und diese Anfrage wird vermerkt. Wer die Rechnung pünktlich innerhalb der 30 Tage vollständig begleicht, bekommt keinen negativen Schufa-Eintrag. Ein Eintrag, der den Score verschlechtert, entsteht erst, wenn eine Forderung trotz Mahnung offen bleibt. Viele Bonitätsanfragen in kurzer Zeit können den Score allerdings auch ohne negativen Eintrag drücken.

Was der Schufa-Score über Sie aussagt

Als Deutschlands größte Auskunftei hat die Schufa erheblichen Einfluss auf unsere täglichen Geschäfte. Von großer Bedeutung für die Kreditvergabe oder für den Abschluss eines Mobilfunk-Vertrags ist vor allem der Schufa-Score. Diesen ermittelt die Auskunftei anhand verschiedener Parameter. Der Score gibt Unternehmen Auskunft darüber, wie kreditwürdig der Verbraucher ist. Begleicht dieser seine Rechnungen stets pünktlich, ist der Score meist recht hoch. Ist der Verbraucher hingegen mit einer Zahlung in Verzug oder läuft bereits ein Mahnverfahren, fällt der Score niedriger aus. Der Schufa-Score hat deshalb vor allem Auswirkungen auf die Kreditvergabe bei Banken. Anhand des Scores entscheidet die Bank nicht nur über die Vergabe eines Kredites, sondern auch über die Zinskonditionen.

So funktioniert „später bezahlen“ bei PayPal und Klarna

Heutzutage ist ein Bankkredit für viele Verbraucher jedoch nicht die erste Wahl. Oft nutzen sie die Zahlungsoption „Buy now, pay later“. So ist es möglich, den Artikel schon zu kaufen, aber erst einige Tage oder sogar Wochen später zu bezahlen. Bei PayPal heißt diese Option „Bezahlung nach 30 Tagen“ beziehungsweise „später bezahlen“: Die Ware kommt sofort, die Rechnung wird erst innerhalb von 30 Tagen fällig. Außerdem bietet PayPal wie viele Zahlungsdienstleister die Option an, eine fällige Rechnung in einen verzinsten Ratenkauf umzuwandeln.

Hier ist jedoch Vorsicht geboten. Denn mit dem Anklicken der Zahlungsoption „später bezahlen“ schließt der Käufer faktisch ein kurzfristiges Darlehen ab. Zwar erscheint es im ersten Moment vorteilhaft, Waren bereits jetzt zu erhalten und zu nutzen, aber erst später zu bezahlen. Wird die Rechnung jedoch in einen Ratenkauf umgewandelt, fallen je nach Anbieter Zinsen an. Wie sich die Zahlungsarten von Klarna auf die Schufa auswirken, lesen Sie in unserem eigenen Ratgeber Klarna und Schufa.

Wie wirkt sich das auf den Schufa-Score aus?

Die Zahlungsoption „später bezahlen“ hat womöglich Auswirkungen auf den Schufa-Score. Obwohl der Käufer die Rechnung kurze Zeit später begleicht, handelt es sich um ein kurzfristiges Darlehen. PayPal prüft bei einem solchen Kauf bei der Schufa, wie es um die Kreditwürdigkeit des Käufers steht. Diese Schufa-Abfrage kann sich bei „später bezahlen“ und „später zahlen“ wiederholen, im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Kauf auf Rechnung, bei dem die Bonität meist nur einmalig geprüft wird. Häufen sich die Anfragen und laufenden Kleinkredit-Verpflichtungen, kann dies die Kreditfähigkeit beeinträchtigen.

Zahlung nach 30 Tagen: Anfrage ja, Eintrag nein

Wer eine Rechnung über „später bezahlen“ innerhalb der Frist von 30 Tagen vollständig begleicht, muss keinen negativen Schufa-Eintrag fürchten. Vermerkt wird zunächst nur die Bonitätsanfrage. Ein negativer Eintrag entsteht erst dann, wenn eine Forderung trotz Mahnung offen bleibt. Wer regelmäßig viele solcher Käufe tätigt, sollte die wiederholten Anfragen dennoch im Blick behalten.

Worauf Sie achten sollten

Bei größeren Anschaffungen kann es sinnvoller sein, einen Kredit bei der Bank aufzunehmen. Dort sind die Zinsen häufig niedriger und es entsteht nur eine einzelne, planbare Bonitätsanfrage. Behalten Sie zudem den Überblick über offene „später bezahlen“-Rechnungen, damit keine Forderung versehentlich in den Verzug gerät. Was von Angeboten ohne Bonitätsprüfung zu halten ist, lesen Sie im Ratgeber Kredit ohne Schufa.

Wenn „später bezahlen“ plötzlich nicht mehr angeboten wird

Die kurze Antwort: Die Funktion wurde nicht abgeschafft. PayPal und Klarna bieten sie weiterhin an, entscheiden aber bei jedem einzelnen Kauf neu, ob Sie sie bekommen. Fällt diese automatische Prüfung negativ aus, verschwindet die Zahlungsart einfach aus der Auswahl, meist ohne dass ein Grund genannt wird. Das ist der häufigste Grund dafür, dass „Bezahlung nach 30 Tagen“ gestern noch da war und heute fehlt.

Sie sind damit nicht allein: In den Google-Suchdaten unserer eigenen Website taucht diese Frage rund 400 Mal im Monat auf, in Formulierungen wie „paypal 30 tage später zahlen geht nicht mehr“ oder „warum lehnt paypal zahlung nach 30 tagen ab“ (eigene Auswertung der GfV, Stand August 2026).

Was die Anbieter selbst dazu sagen

PayPal beschreibt die Voraussetzungen in seiner Hilfe wörtlich so:

„Wir bieten die Option ‚Bezahlung nach 30 Tagen‘ einer wachsenden Anzahl unserer Kunden an. Die Verfügbarkeit hängt von mehreren Kriterien ab, wie z.B. Kreditwürdigkeit, Kaufgröße (nur verfügbar für Einkäufe zwischen 1 EUR und 3.000 EUR) und Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein, um sich bewerben zu können. […] Die Option ‚Bezahlung nach 30 Tagen‘ ist für bestimmte Händler und Waren nicht verfügbar.“

Nachlesen können Sie das in der PayPal-Hilfeseite „Was ist ‚Bezahlung nach 30 Tagen‘?“.

Klarna wird bei den Kriterien deutlicher und nennt unter anderem Kreditwürdigkeit, Einkommen, Beschäftigungsverhältnis, Ausgabeverhalten, Verschuldung im Verhältnis zum Einkommen, Wohnsitzstatus, Kredithistorie und bestehende Kredite. Zwei Sätze aus dem Klarna-Kundenservice sind für Betroffene besonders wichtig:

„Jeder Kauf hat eine erneute automatische Bonitätsprüfung zur Folge. Eine Ablehnung bedeutet also nicht, dass zukünftige Käufe ebenfalls abgelehnt werden. […] Unser Kundenservice hat keine zusätzlichen Informationen über den automatischen Ablehnungsgrund, der auf den Entscheidungsdaten der Auskunfteien basiert, und kann die Entscheidung nicht ändern oder beeinflussen.“

Quelle: Klarna-Kundenservice, „Warum kann ich meine gewünschte Zahlungsart nicht nutzen?“. Klarna schreibt dort ausdrücklich, abgelehnte Käufe hätten keinen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit.

Die vier häufigsten Ursachen im Überblick

Ursache Woran Sie es erkennen Was hilft Wann das der falsche Weg ist
Bonitätsprüfung negativ Die Option fehlt bei mehreren verschiedenen Händlern, nicht nur in einem Shop. Kostenlose Datenkopie bei der Auskunftei anfordern und prüfen, ob dort ein falscher oder veralteter Eintrag steht. Wenn Sie nur diesen einen Kauf abschließen wollen. Die Prüfung eines Eintrags dauert Wochen, eine andere Zahlungsart Sekunden.
Warenkorb außerhalb der Grenzen Die Option fehlt nur bei sehr kleinen oder sehr großen Beträgen. PayPal nennt 1 Euro bis 3.000 Euro. Darunter und darüber gibt es die Option nicht. Immer. Das ist eine feste Betragsgrenze des Anbieters, daran lässt sich nichts ändern.
Händler oder Ware ausgeschlossen Die Option fehlt nur in diesem einen Shop oder nur bei diesem Artikel. Nichts an Ihren Daten. Es liegt am Händler oder an der Warengruppe. Die Auskunftei anzuschreiben. Ihre Bonität ist hier gar nicht der Grund.
Kontovoraussetzungen nicht erfüllt Die Option war noch nie da, obwohl das Konto lange besteht. PayPal verlangt ein deutsches Privatkonto mit SEPA-Mandat oder Karte, Wohnsitz in Deutschland, Mindestalter 18 und ein beanstandungsfreies Konto. Ein zweites Konto anzulegen. Das löst das Problem nicht und kann zusätzliche Prüfungen auslösen.

Zusammenstellung der GfV Gesellschaft für Verbraucherschutz auf Grundlage der Angaben von PayPal und Klarna, abgerufen am 31. August 2026.

Unsere Einschätzung: nach einer Ablehnung nicht weiter probieren

Der erste Reflex ist, es gleich noch einmal zu versuchen, im selben Shop oder im nächsten. Davon raten wir ab. Nach Klarnas eigener Angabe löst jeder Kaufversuch eine neue automatische Bonitätsprüfung aus. Sie sammeln damit in kurzer Zeit mehrere Anfragen, ohne die Ursache zu kennen, und genau um solche Häufungen geht es im oberen Teil dieses Ratgebers. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: einmal nachsehen, was über Sie gespeichert ist, und erst danach entscheiden.

Für wen das nichts ist: Wenn die Option nur bei einem einzigen Händler fehlt oder Ihr Warenkorb über 3.000 Euro liegt, liegt es nicht an Ihren Daten. Dann bringt weder eine Datenkopie noch eine rechtliche Prüfung etwas, und Sie sollten sich die Mühe sparen. Einschätzung der GfV Gesellschaft für Verbraucherschutz, Stand August 2026.

Was Sie verlangen dürfen, wenn Sie den Grund wissen wollen

Wenn eine Maschine über Sie entscheidet, haben Sie ein Auskunftsrecht. Artikel 15 Absatz 1 Buchstabe h der Datenschutz-Grundverordnung gibt Ihnen Anspruch auf Auskunft über

„das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling gemäß Artikel 22 Absätze 1 und 4 und – zumindest in diesen Fällen – aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für die betroffene Person.“

Und Artikel 15 Absatz 3 Satz 1 stellt klar: „Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfügung.“ Diese Datenkopie ist kostenlos, und zwar sowohl bei der Auskunftei als auch beim Zahlungsdienst selbst. Den Wortlaut finden Sie in Artikel 15 DSGVO.

Praktisch heißt das: Fordern Sie die kostenlose Datenkopie bei der Auskunftei an und sehen Sie nach, ob dort ein Eintrag steht, den Sie nicht kennen oder der längst erledigt ist. Wie Sie damit weiter umgehen, steht in unserem Ratgeber zum Schufa-Eintrag und Score löschen.

Häufige Fragen

Sieht die Schufa, wenn ich bei PayPal nach 30 Tagen zahle?

Ja. Bei der Zahlungsart „später bezahlen“ prüft PayPal Ihre Bonität über die Schufa, und diese Anfrage wird vermerkt. Begleichen Sie die Rechnung pünktlich, entsteht kein negativer Eintrag. Die wiederholten Anfragen können den Score jedoch beeinflussen.

Entsteht ein Eintrag, wenn ich pünktlich innerhalb der 30 Tage zahle?

Nein. Wer die Rechnung innerhalb der Frist vollständig begleicht, muss keinen negativen Schufa-Eintrag fürchten. Vermerkt wird nur die Bonitätsanfrage.

Und wie ist das bei Klarna?

Klarna prüft bei „später bezahlen“ und beim Ratenkauf ebenfalls Ihre Bonität. Welche Klarna-Zahlungsart welche Folgen hat, erklären wir ausführlich im Ratgeber Klarna und Schufa.

Warum kann ich bei PayPal oder Klarna nicht mehr nach 30 Tagen bezahlen?

Die Funktion gibt es weiterhin. Beide Anbieter prüfen aber bei jedem Kauf neu, ob sie Ihnen die Zahlungsart anbieten. Fällt die automatische Prüfung negativ aus, verschwindet die Option ohne Begründung. Weitere Ursachen sind der Betrag (PayPal bietet die Zahlung nach 30 Tagen nur zwischen 1 und 3.000 Euro an) sowie ausgeschlossene Händler und Waren. Alle Ursachen im Überblick.

Schadet eine abgelehnte Zahlung meinem Schufa-Score?

Klarna schreibt dazu, abgelehnte Käufe hätten keinen Einfluss auf die Kreditwürdigkeit. Die Prüfung selbst findet aber statt, und jeder weitere Versuch löst nach Klarnas eigener Angabe eine erneute Bonitätsprüfung aus. Wir raten deshalb davon ab, nach einer Ablehnung mehrfach hintereinander neu zu probieren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Anfrage und einem Eintrag?

Eine Anfrage ist die Bonitätsprüfung vor dem Kauf. Ein negativer Eintrag entsteht erst, wenn Sie eine Forderung trotz Mahnung nicht bezahlen. Falsche oder veraltete Einträge dürfen Sie löschen lassen.

Falscher Schufa-Eintrag? Kostenlos prüfen lassen

Nicht jeder negative Schufa-Eintrag ist rechtmäßig. Veraltete, falsche oder unzulässige Einträge dürfen gelöscht werden und verbessern Ihren Score sofort. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Schufa-Eintrag und Score löschen. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Eintrag korrekt ist, prüfen wir Ihren Fall kostenlos und unverbindlich.

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